Geschichte der Insel Mauritius

Sklaverei und Eroberung sowie Kolonien verschiedener Länder prägten Mauritius

Mauritius hat eine sehr bewegte Zeit hinter sich.

Schon im 10. Jahrhundert befuhren arabische Dhaus den Indischen Ozean und kamen bis zu den Seychellen und Maskaren.

Von Europäern wurde Mauritius erst 1511 entdeckt. Als erste setzten die Portugiesen ihren Fuß auf die Insel. Allerdings ließen sie sich den Weg von Arabern zeigen, die auf ihren Schiffen angeheuert hatten.

Die Insel war nicht bewohnt und wurde ausschließlich benutzt um Station zu machen und sich mit Wasser und Lebensmitteln zu versorgen. Um sich die notwendige Nahrung für die Rückfahrt sichern zu können, setzten die Seeleute damals Schweine und Ziegen auf der Insel aus. Auf der Heimfahrt wurden diese dann wieder eingefangen und geschlachtet. Allerdings wurde die einheimische Flora und Fauna ziemlich durcheinander gebracht durch diese eingeführten Tiere.

Auch Dänen, Engländer und Franzosen benutzten Mauritius als Zwischenstation und Rastplatz.

Die Holländer dagegen wollten die Insel für sich.

1598 fingen sie an die Insel zu kolonisieren. Die ersten beiden Siedlungen im Jahr 1683 haben allerdings schon nach 2 Jahren Mauritius wieder verlassen. Die neuen Einwohner nahmen vor Ratten, Erdrutschen und Wirbelstürmen reiß aus.

Trotzdem wurde die Insel immer weiter als Versorgungsinsel genutzt und Tiere wie der Dodo und die Elefantenschildkröten wurden dadurch ausgerottet. Auch der Holzbestand an Ebenholz, ein sehr edles Holz, wurde den Seefahrern zur Beute.

Die Holländer legten dann Zuckerrohrfelder an und ließen die ersten Sklaven von Madagaskar und Afrika für sie arbeiten. 1710 zogen die Holländer endgültig von Mauritius nach Südafrika. Nun nahmen Seeräuber Mauritius ein.

Die immer frecher und dreister werdenden Überfälle der Piraten wurde den Franzosen bald zuviel und sie bekämpften die Piraten, nahmen die Insel in ihren Besitz und benannten sie Ile de France.

Der erste Aufschwung kam und unter Gouverneur Bertrand Francois Mahé wurden Gewürze angepflanzt und Straßen gebaut. Es siedelten sich Menschen hier an. Von der hier lebenden Bevölkerung waren 15 % weiße Herrenmenschen und der Rest Sklaven.

Für diese Ära wurde mit der Französischen Revolution und dem damit einhergehenden Krieg gegen England (1793) der Schlussakt eingeläutet.

1810 besetzten die Briten die Insel und 1814 wurde sie offiziell den Briten anerkannt. Seit dem heißt sie wieder Mauritius.

Die Engländer bauten hier vor allen Dingen Zuckerrohr an. Das gab der Insel den Beinamen Zuckerinsel.

Die so genannten Zuckerbarone wehrten sich lange und heftig gegen die Befreiung der Sklaven. Aber 1835 war es dann endlich auch hier geschafft und die Sklaverei wurde abgeschafft.

Damit gab es Bedarf an neuen Arbeitskräften und die Engländer holten sich indische Plantagenarbeiter , die wiederum unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten mussten.

Diese unmenschliche Politik führte zu einer wahren Überbevölkerung. Wenn man bedenkt, dass rund 500.000 Menschen aus Indien kamen und dazu noch viele aus China, dann wundert es einen nicht, dass die Nahrungsmittel knapp wurden. Dazu kamen Katastrophen wie die Malariaepidemie (1866) und Cholera, Pocken und Typhus befielen die Menschen. Die Wirbelstürme waren auch einer der Gründe, warum die Einwohner von Mauritius auswanderten.

Die Bevölkerung wurde durch diese Ereignisse radikal vermindert und die Elite wanderte wieder ab. Durch die heftige Auswanderung verschlechterte sich die finanzielle Lage der Insel.

Erst zwischen den beiden Weltkriegen erfuhr Mauritius so etwas wie sozialen Fortschritt.

Mahatma Ghandi hat mit seinem Besuch 1901 zur Befreiung seiner indischen Landsleute beigetragen. Die arme indische Bevölkerung der Insel nahm ihr Leben nun langsam selbst in die Hand und kämpfte für ihre Rechte.

Doch erst 1965 wurde Mauritius unabhängig und 1967 fanden hier erstmals Wahlen statt.

Am 12. März 1968 war es so weit – 150 Jahre englische Herrschaft waren nun endgültig vorbei.

1992 wurde dann auch die Monarchie abgeschafft und Mauritius wurde eine Parlamentarische Republik im Commonwealth , mit eigener Verfassung.

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Die blaue Mauritius, bekannteste Briefmarke der Welt

Die Blaue Mauritius ist die wohl bekannteste Briefmarke der Welt.
Wie schon der Name sagt, war die Ausgabe der Briefmarke in Mauritius im Jahre 1847 und hatte eine Auflage von 500 Stück.

Das Bildmotiv stellt die Königin Victoria dar. Heute existieren weltweit noch acht gebrauchte und vier ungebrauchte Exemplare. Eine der vier gebrauchten Briefmarken kann man stündlich für etwa 10 Minuten im Blue Penny Museum in Port Louis, der Hauptstadt von Mauritius sehen. Um das Original zu schützen, wird außerhalb dieser Zeiten eine Kopie der Briefmarke ausgestellt.

Die erste Serie der Blauen Mauritius wurde am 21. September 1847 in Umlauf gegeben. Neben dem Motiv von Königin Victoria wurde die Inschrift "Post Office" angebracht, die für das Britische Imperium unüblich war. Die 1-Penny-Marke wurde für den Postverkehr innerhalb der Mauritius-Hauptstadt Port Louis verwendet.
Für Außerhalb gab es die Rote Mauritius.

Seine Berühmtheit bekam die Blaue Mauritius nach Ausgabe der zweiten Serie. Die Briefmarken wurden mit unverändertem Motiv gedruckt.
Die Besonderheit hier aber war, dass die Inschrift nunmehr "POST PAID" lautete. Als dieser Unterschied auffiel kamen Spekulationen darüber auf, ob die erste Serie nicht ein Fehldruck sei. Letztendlich wurde anhand alter Aktennotizen festgestellt, daß alles seine Richtigkeit hatte und die erste Serie tatsächlich die Inschrift "Post Office" haben sollte.