Kultur und Tradition der Philippinen

Kulturelle und traditionelle Besonderheiten der Philippinen

Die Philippinischen Inseln wurden im Laufe der Zeit von mehreren Völkern und deren Kulturen geprägt.
Erstmals führten ostchinesische Stämme neue Bräuche in die Gemeinschaft der damaligen Filipinos ein. Im vierzehnten Jahrhundert siedelten sich viele Muslime auf den Inseln an, der Islam verbreitete sich auf der Insel und es entstanden Hochburgen des islamischen Glaubens, besonders im Süden des Landes. Durch die Entdeckung der Spanier im sechzehnten Jahrhundert wurden die Philippinen weitestgehend christianisiert. Der katholische Glaube wurde größtenteils friedlich eingeführt. Die spanische Sprache konnte sich jedoch nicht in die Gesellschaft einbringen, da die spanischen Priester ihre eigenen Übersetzer beschäftigten und das philippinische Volk somit keine Notwendigkeit sah, die spanische Sprache zu lernen. Heute sprechen nur circa fünftausend Filipinos Spanisch.

Als die Philippinen schließlich im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert von den Amerikanern kolonisiert wurden, färbte sich die amerikanische Kultur auch stark an den Einheimischen ab. So ist die englische Sprache, neben Filipino, Amtssprache auf den Philippinen. Die Sprache wird von den Filipinos so gut beherrscht, dass sich zahlreiche Call-Center Agenturen aus den Vereinigten Staaten auf den Philippinen niedergelassen haben!

Sowie die Sprache ist auch die philippinische Küche von mehreren Einflüssen betroffen. So ist die philippinische Küche eine Mischung aus spanisch-mexikanischer, indischer, japanischer, chinesischer und amerikanischer Küche!
Fisch gilt als ein Grundnahrungsmittel, der entweder roh und in Essig eingelegt oder schlicht gebraten von dem größeren ärmeren Anteil der Bevölkerung gegessen wird. Langusten, Krebse und andere Edelfische sind der gehobenen Klasse vorenthalten. Zu allen Gerichten wird Reis und/oder Gemüse gegessen. Schweinefleisch gilt ebenfalls als sehr beliebt, mit Ausnahme bei der islamischen Bevölkerung. Klassische Nationalgerichte sind „Adobo“, eine Mischung aus allen Fleischsorten, sowie Spanferkel mit Lebersoße! Die spanische Kultur hat vor allem die Zwischenmahlzeiten der Philippinen geprägt. So sind kleine Buttergebäcke mit Käse, „ensaymada“ genannt und Reisgebäcke namens „Puto“.

Gelegenheiten diese Köstlichkeiten zu verspeisen gibt es aller Hand. Philippinische Feste werden meist mit großen Buffets, Paraden und Feuerwerke (Chinesischer Einfluss) gefeiert. Ein großes Fest ist beispielsweise das „Maiblumenfest“, welches das Ende der Trocken- und den Beginn der Regenzeit einläutet.
Christliche Feste wie Weihnachten und Allerheiligen werden auch von dem Großteil der Bevölkerung ausgiebig gefeiert, allerdings ganz anders als in Europa! So wird Weihnachten ab dem 16. Dezember bis zum 25. gefeiert, an dem auch die Geschenke geöffnet werden. Jedoch werden die Geschenke der Taufpaten erst am 6. Januar geöffnet (ein alter spanischer Brauch). An Allerheiligen versammeln sich die Menschen auf den Friedhöfen und feiern fröhlich und ausgelassen – man möchte den Toten eine Freude machen.

Jede Region hat außerdem noch ihre eigenen Feste, die auf lokale Helden und Sagen zurückzuführen sind.

 

Geschichte der Philippinen

Geschichtliche Entwicklung der Inselgruppe der Philippinen

Seit der Entstehung der Philippinischen Inseln und der Entwicklung des Menschen bewohnten die Ureinwohner, auch Negritos (eine Volksgruppe des Stammes Aeta) genannt diese Inselgruppen. Sie gehören heutzutage übrigens zu dem fünftgrößten Inselstaat der Welt. Im Laufe der Zeit nahmen mehrere Kulturen Einfluss auf die Ausprägung und Entwicklung der Philippinen. So wanderten immer wieder verschiedene Stämme und Völkergruppen auf die Inseln und verteilten sich in alle Richtungen, aber auch südchinesische Händler hinterließen ihre Spuren, wie kostbares Porzellan, welches erst vor kurzem entdeckt wurde. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts fasste der Islam auf der Insel Fuß. Verschiedene Sultanate wurden erschlossen und es entstanden viele Festungen und Hochburgen mit stark islamischer Ausprägung. Heute sind allerdings 80% der Einwohner katholisch.

Denn mit der Entdeckung der Inseln durch die Spanier im Jahre 1565 änderte sich der Glaube vieler Filipinos. Es wurde eine weitgehend friedliche Bekehrung in Richtung Christentum vorgenommen, die vor allem durch Missionare und Priester durchgeführt wurde. Diese gewannen von Zeit zu Zeit immer mehr an Macht und Einfluss, da sie als Verhandelnde und Botschafter zwischen der philippinischen Bevölkerung und der spanischen Krone dienten.

Viele muslimische Gelehrte und Geistliche konvertierten nach einiger Zeit ebenfalls zum Christentum und gewannen somit bestimmte Privilegien. Bis auf den stark muslimisch ausgeprägten Süden des Landes waren nun weite Teile vom christlichen Glauben geprägt.

Bis zum Anfang des neunzehnten Jahrhunderts wuchs der Seehandel in den umliegenden Gewässern der Philippinen stetig an, bis sich Mexiko von der spanischen Krone distanzierte und somit die Philippinen direkt aus Spanien verwaltet wurden.

Durch verstrickte politische Abhängigkeiten mit dem chinesischen Festland musste der Handel schließlich eingestellt werden. Doch es gelang den Filipinos, am freien Welthandel teilzunehmen und zu konkurrieren, sodass einige Einwohner zu großem Reichtum gelangen und ihre Kinder auf Schulen und Universitäten in ganz Europa schickten.

So nahm der ost-asiatische Handel auch Einfluss auf das europäische Festland. Als 1886 die spanische Revolution in Kraft trat, gab es auch auf den Philippinen große Unruhen. Es entstanden Freiheitsbewegungen, zum Teil angeführt von Studenten und Exilanten, die nun in Europa lebten. 3 Jahre dauerte die philippinische Revolution, welche schließlich im amerikanisch-spanischen Krieg endete.
Die USA schlugen nur allzu schnell die philippinischen Aufstände und deren Streitmacht und kolonisierten nun ebenfalls die philippinischen Inseln. Bis 1942 kooperierten die Philippinen sehr eng mit den USA, doch im 2. Weltkrieg wurden die Inseln von den Japanern besetzt und erhielten erst am 4. Juli 1946 die Unabhängigkeit, jedoch sicherten sich die USA viele wirtschaftliche Sonderrechte.

Bis heute gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen philippinischen Einwohnern. Grund ist fast immer der gespaltene Glaube zwischen Muslimen, Christen und Buddhisten.